Sonntag, 23. Juli 2017

Liebe D,

die Dinge ändern sich schnell. Heute bin ich froh, dich und dein zerstörerisches Wesen aus meinem Leben entfernt zu haben. Du richtest Schaden an.

Montag, 17. Juli 2017

Liebe D,

heute dachte ich erneut, wie schade es ist, dass wir nicht miteinander befreundet sein können. Durch unser Zerwürfnis entgehen mir eine Menge Informationen über die Dinge ringsum und Einblicke in anderer Leute Seelen, die ich durch deine Augen hatte. Es ist dein unheimliches Talent die Welt und die Menschen in ihrem Wesen zu erkennen, wie es gleichzeitig deine Behinderung ist. Das Wissen um die Verhältnisse macht dich einsam. Das Nichtwissen darüber, wann du etwas doch nicht erkennst und nur zu erkennen glaubst, ebenfalls. Trotzdem, ich vermisse deinen Borderline-Humor.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Nächster Karriereschritt

Mein Kandidat schlägt sich gut. Sieht so aus, als würden wir Bürgermeister werden. Wenn ich die Vorträge selber halten könnte, wäre es natürlich einfacher.

(Ich frage mich, ob die Allmachtsfantasien nachlassen, wenn ich das Escitalopram absetze. Oder Moment: Hatte ich die nicht schon immer...)

Sonntag, 18. Juni 2017

Dr. P auf

der Party getroffen. Er sollte nicht auf Parties gehen, wenn er da Patienten treffen könnte. Er kann das nicht gut und fühlt sich unwohl. Ich kann das nicht und fühle mich unwohl.

Montag, 15. Mai 2017

Dr. P macht Notizen

in meiner Akte, nachdem er meinen Mantel (gelb) und meine Schuhe (weiß, gelb) kommentiert hat. Auf meine Frage, ob das was bedeutet, antwortet er, dass ich mit Schwarz bei jedem Psychiater immer auf der sicheren Seite sei.
Anfängerfehler.

Dienstag, 9. Mai 2017

...

... und dann wieder die Frage, ob traurig zu sein, nicht die angemessenste Reaktion auf die Welt ist.

Montag, 8. Mai 2017

Dr. P befürchtet

ich könnte schon wieder manisch werden. Heute wohl zu oft das Wort "glücklich" benutzt.

Samstag, 6. Mai 2017

Altlasten

Wie lang es wohl noch dauert, bis ich nicht mehr zusammenzucke, wenn ein Polizeiauto an meinem Haus vorbei fährt.

Freitag, 5. Mai 2017

We Chat

Ich: Es ist knapp 10 Uhr morgens. Ich habe gerade Hackfleisch in Tomatensauce gegessen, trage mein Schlafshirt, schaue im Bett liegend Fernsehserien und plane demnächst das Haus zu verlassen, um jemanden zu erklären, wie er zum Bürgermeister gewählt wird.
Oh Gott, ich werde wie du.
Julia: Du meinst prokrastinierend? "Friends"-süchtig?
Ich: Nein, frei von komischen Zwängen.

Freitag, 28. April 2017

Ich bin nicht seine Mutter.

Ich bin nicht seine Mutter.
Ich bin nicht seine Mutter.
Ich bin nicht seine Mutter.

Diesmal also keine Affäre mit einem Politiker.

Ich bin nicht seine Mutter.
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