Mittwoch, 5. April 2017

Mail an Julia

Absender: Bad Doberan / Empfänger: Shanghai
Betreff: Trost für alles und immer

Immer wenn man komische Gedanken denkt: ob man zu wenig schafft, macht oder erreicht und daran, was bleibt, könnte man hierauf zurückgreifen:
Am Ende, wenn die Welt vergeht
Und kein Gedicht weiß, wer wir waren,
Wenn kein Atom mehr von uns steht
Seit zwölf Milliarden Jahren,
Wenn schweigend still das All zerstiebt
Und mit ihm auch die letzten Fragen,
Wird es die Welt, die’s nicht mehr gibt,
Niemals gegeben haben.
(W. Herrndorf)
Findest du nicht, dass es ein Trost ist, dass für niemanden was bleibt? Einmal Nichts für Alle!

Egal wie Leute rackern und einen vermeintlichen Vorsprung haben - das Ende relativiert alles und es gibt kein Ergebnis, keinen Preis, kleine Trophäe, keinen Nachruhm, kein Vermächtnis. Niemand hat überhaupt irgend etwas, wenn er in den Augenblick nicht hat. 

Mit diesem Gedanken kann man sich mit einem Kaffee zurücklehnen und sagen: Ihr habt den Job, das Auto, das schreiende Kind. Ich hab diesen geilen Moment. Ich hab das Jetzt